Literatur | Bücherjahr 2018 – Die fünf besten Bücher

Viele der Bücher, die ich im letzten Jahr gelesen habe (egal ob Rezensionsexemplar, aus dem eigenen Bücherregal oder geschenkt) haben mir erstaunlicherweise gefallen und es gab nur wenige wirkliche Flops (den passenden Artikel dazu gibt es hier!). Meine Favoriten und größten Überraschungen 2018 waren aber die folgenden fünf Bücher:


Oliver Parkins von Patrick L. Blockum
[Rezensionsexemplar] erschienen bei A Tree and A Valley

Fast würde ich mich dazu hinreißen lassen und sagen, dass „Oliver Parkins“ mein absolutes Jahreshighlight war, der Roman teilt sich aber den ersten Platz mit Sven Urbans „Sprache der Zeit“ (s.u.):

Oliver Parkins und sein Freund Alfie reisen nach einem turbulenten Auftakt in das ferne Land Carsalen und erleben dort eine Menge Abenteuer, die „nicht von dieser Welt“ zu sein scheinen. Was zuerst wie der Klischee-Auftakt zu einer Parallelwelt-Geschichte à la Narnia oder Fillory wirken mag, ist eine fesselnde Erzählung über ein magisches Land hinter den Sternen. In Patrick L. Blockums Geschichte erkennt man Motive aus „Der Schatzplanet“, „Die Chroniken von Narnia“, „Die Reise ins Labyrinth“ u.v.m., der Autor kopiert diese aber nicht, sondern verwebt sie mit eigenen Elementen zu einer stimmungsvollen Fantasiereise, in der die Handlungen und Wendungen nicht vorhersehbar sind. Er vermittelt den Lesern das heimelige Gefühl jener magischer Welten, in die man auch als Erwachsener gerne immer wieder zurückkehrt. Eine Rückkehr nach Carsalen ist hoffentlich im zweiten Band der Reihe möglich…


Die Sprache der Zeit von Sven Urban
[Rezensionsexemplar] selfpublished

Oskar ist Anwalt, erfolgreich, karrierefixiert und endlich, endlich geschieden! Die Papiere sind unterschrieben, die lästige Familie kein Hindernis mehr – dem nächsten Karriereschritt steht somit nichts weiter im Wege. Oder doch? Eine turbulente Urban-Fantasy-Reise beginnt. Sven Urbans Debütroman ist definitiv eines der besten Bücher des Jahres 2018 und zusammen mit „Oliver Parkins“ mein Topfavorit. Es gibt selten Selfpublisher-Werke (und dazu auch noch als Erstlingswerk), die so ausgereift sind wie „Die Sprache der Zeit“. Der Roman ist sprachlich wie inhaltlich geprägt von einem enormen Ideenreichtum, der in dieser Ausprägung locker an die großen Autoren heranreichen kann. Die Figuren und Wesen sind so skurril und liebenswürdig, dass es schwer fällt, nicht mit vollem Elan mitzufiebern, zu bangen und zu hoffen. Dabei schafft es der Autor gekonnt, die reale Welt mit dem Fantastischen zu kombinieren und den Leser mit auf eine turbulente Reise durch die Zeit zu nehmen.


Die Reise der Basilisk von Marie Brennan
[Rezensionsexemplar] erschienen bei Cross Cult

Lady Trent nimmt uns in ihrem nunmehr dritten Expeditionsbericht mit auf ihre zweijährige Forschungsreise an Bord der „Basilisk“. Gemeinsam mit ihrem Sohn, dessen Gouvernante und ihrem Forscherkollegen Tom begibt sie sich auf eine lange Reise, um die Seeschlangen der bekannten Welt in ihren natürlichen Lebensräumen zu erforschen. Wie auch die ersten Bände ist „Die Reise der Basilisk“ im Stile einer (fiktiven) persönlichen Biografie und somit aus der Sicht von Lady Isabella Trent verfasst. Aber was genau macht dieses Buch nun so besonders, so magisch? Was fesselt an einem simplen „Expeditionsbericht“ so sehr, dass man ihn kaum aus der Hand legen kann? Für mich war es die Tatsache, dass sich die Welt, die Marie Brennan uns zeigt, eigentlich kaum von der unseren unterscheidet. Die fiktive Geschichte der Lady Isabella Trent könnte ebenso gut zum selben Literaturkanon wie die realen Geschichten von Thor Heyerdahl oder Charles Darwin gehören. Alles erscheint uns normal. Eben bis auf die Existenz von Drachen. Das Buch gaukelt uns eine „Historizität“ vor und ist dabei in Wirklichkeit nur eines: ein perfekter Fantasy-Roman!

Die Legende von Enyador von Mira Valentin
selfpublished

Eine Welt voller Drachen mit undurchdringbaren Panzern, Dämonen mit tödlichem Blick und Elben, die nicht fähig sind zu lieben. Seit Jahrhunderten kämpfen sie einen erbitterten Kampf um die Macht. Einzig die menschliche Rasse wurde unterworfen. Der Waisenjunge Tristan wird von Elbenkriegern aus seinem Dorf geholt und soll in einem Lager für den bevorstehenden Krieg trainiert und als Fußsoldat im Feld gegen die Drachen eingesetzt werden.
Aus der Sicht von fünf Charakteren wird eine fantastische Geschichte aus dem Land Enyador erzählt, die hier und da Elemente von Tolkiens „Herr der Ringe“ aufgreift (welche moderne Fantasy-Story tut das nicht in gewissem Maße?) und sie auf eine neuartige Weise mit einer spannenden Legende um Drachen, Menschen, Elben und Dämonen verknüpft. Das World Building ist gelungen, die Charaktere glaubhaft und die Verflechtung und Zusammenführung der einzelnen Erzählstränge grandios geglückt. Für mich ein absolutes Highlight aus dem Bereich des Selfpublishing!


Das Buch der Schurken von Martin Thomas Pesl
[Rezensionsexemplar] erschienen bei btb

Martin Thomas Pesl versammelt die „100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur“. Mit lustigen Anekdoten, Hintergrundinformationen und Fakten zu Autor, historischem Kontext und Adaptionen stellt Pesl die unterschiedlichsten Schurken vor. Wir lernen beispielsweise, dass Captain Hook in der ersten deutschen Übersetzung noch Kapitän Haken hieß und dass das Fräulein Rottenmeier aus „Heidi“ am liebsten bewaffnet mit Lebertran und Turmfrisur auf ihre Zöglinge losgeht. Man blättert sich durch, entdeckt fast vergessene Schurken aus Kindheitstagen wieder oder stößt überrascht auf einen interessanten Anti-Helden, den man noch gar nicht kannte. Das Buch macht Lust, die alten Klassiker erneut auszupacken und den Fieslingen in den dazugehörigen unbekannteren Werken einen Besuch abzustatten.

Was waren eure Tops 2018?



Das gezeigte Cover von "Die Legende von Enyador" ist der Verlagshomepage von Books on Demand entnommen.
 


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